Aktuelles

Hier stellen wir regelmäßig Informationen aus unseren Projekten im Bereich Regionalentwicklung für den Klimaschutz vor. Ob regionale Ernährung, Anleitungen für städtisches Gärtnern, Selbermachen und Wiederverwenden oder Hinweise auf insektenfreundliche Bepflanzungen: Regionale Entwicklung hat ein großes Potential für den Klimaschutz. Gemeinsam wollen wir dieses Potential realisieren.

Obst und Kräuter mit Sonnen-Energie trocknen

© KlimaWerkstatt Spandau

Das Trocknen ist eine gute Möglichkeit, um Ernteüberschüsse zu konservieren oder eigene Kräutermischungen für Tees herzustellen. Die Aromen bleiben erhalten und die getrockneten Ernten sind ohne viel Aufwand lange lagerfähig.
Im Handel gibt es für diesen Zweck elektrische Dörrgeräte, die allerdings einiges an Strom verbrauchen. Natürlich kann man auch Kräutersträuße in die Sonne hängen, aber schonender ist die Trocknung im Dunkeln unter Ausschluss des aggressiven UV-Lichts. Mit einem Solardörrer geht das Trocknen schonend ohne direkte Sonneneinstrahlung und klimaschonend ganz ohne Stromverbrauch!
Wir haben ein Solardörr-Gerät gebaut und stellen es den Gärtner*innen im Falkenhagener Feld kostenlos per Ausleihe zur Verfügung. Bei Interesse bitte melden per email unter garten@klimawerkstatt-spandau.de oder Tel. unter 0151-7565 0511.

Wer so ein Gerät dauerhaft nutzen möchte, kann es mit Hilfe unserer Bauanleitung einfach nachbauen. Es braucht nur etwas Geschick, Werkzeug, ein wenig Restholz und ein paar Eisenwaren. Die Anleitung kann hier heruntergeladen werden und erklärt mit vielen Fotos die einzelnen Schritte. Wir wünschen viel Erfolg und freuen uns über die Einsendung von Fotos von Ihrem Solardörrgerät!

Pflanzliche Alternativen zu Fisch & Fleisch – Rezepte für klimafreundliches Genießen

Es gibt viele Gründe, weniger tierische Produkte zu genießen. Viele Menschen finden Massentierhaltung ethisch unverantwortlich und sehen im Tierleid einen Grund, kein Fleisch oder nur Fleisch aus artgerechter Haltung zu essen und auch den Konsum von Milchprodukten zu reduzieren. Hinzu kommt, dass tierische Produkte klimabelastender sind als eine pflanzliche Alternative. Gerade Rindfleisch ist sehr belastend, auf Grund von Futtermittelimporten und Landnutzungsänderungen für die Gewinnung von Weideflächen bzw. Flächen für den Futtermittelanbau. Entsprechend verursachen auch Butter und Käse einen hohen CO2-Ausstoß, da für ihre Herstellung sehr viel Milch benötigt wird. Wer wissen möchte, wie viel CO2-Ausstoß das eigene Lieblingsgericht durchschnittlich verursacht, kann das im CO2-Rechner von Klimatarier ausrechnen lassen. Oft sind die Ergebnisse überraschend!

© KlimaWerkstatt Spandau

Um Alternativen zum Fleischkonsum zu bieten und angehenden Klimaschützer*innen den Umstieg zu erleichtern, haben wir einige Rezepte und Links zusammengetragen, wie man ohne tierische Produkte die Lust auf Herzhaftes stillen kann. Beim Kauf von pflanzlichen Produkten ist es sinnvoll, darauf zu achten, dass sie möglichst aus der Region kommen und am besten saisonal sind, also nicht in Folientunneln oder beheizten Gewächshäusern angebaut worden sind. Wer sich unsicher ist, kann in einem Saisonkalender nachschauen, was gerade frisch vom Feld kommt.

Einige Rezepte haben wir gemeinsam mit Gästen aus dem Falkenhagener Feld ausprobiert. Wer die Kochaktionen verpasst hat, kann hier die Rezepte zum Nachkochen finden.

Bewässerungssystem fürs Hochbeet: Anleitung zum selber bauen

Auch wenn es im Juli recht regenreich war, gab es zuvor im Frühjahr anhaltende Trockenperioden. Unter den Bedingungen des Klimawandels können solch abweichende Regenverteilungen zur neuen Normalität werden, auf die sich auch Gärtner*innen einstellen müssen. Insbesondere für Gemeinschaftsgärten ist der Zugang zu Wasser manchmal nicht einfach, da sie teils in kaum erschlossenen Gebieten liegen. Ohnehin ist häufiges Gießen schwer umzusetzen, zumal in der Urlaubszeit. Vor allem Hochbeete neigen dazu, schnell auszutrocknen, da sie keinen Bodenkontakt haben. Darum kann ein Bewässerungssystem für das Hochbeet eine große Hilfe beim Anbau sein. Wer es sich einfach machen will, kann ein System für Tropfbewässerung kaufen. Allerdings sind die meisten Teile aus Plastik und man muss schon eine Menge ernten, bis sich die Ausgaben wieder rechnen. Alternativ kann man ein Bewässerungssystem selber bauen.

Gut dokumentiert für den Selbstbau ist die Kapillar-Docht-Bewässerung. Das Grundprinzip ist recht einfach: Wasser wird in einen im Beet eingebauten Speicher gefüllt und steigt als künstliches „Grundwasser“ von unten an die Wurzeln. Positiver Nebeneffekt: der Schneckenbefall reduziert sich, da der Oberboden trocken bleibt. Das Prinzip basiert auf der Kapillarwirkung und funktioniert über einen mineralischen oder textilen Docht. Es ist speziell für Hochbeete konzipiert und kommt mit wenig Material aus. Eine informative Dokumentation der Versuche unter der Leitung von Volker Hegmann steht auf der Seite der „anstiftung“ zum Download zur Verfügung. Im Falkenhagener Feld ist im Rahmen unseres Projekts ‚Gärtnern und Genießen‘ ein Hochbeet mit Kapillar-Docht-Bewässerung entstanden und kann im Gemeinschaftsgarten der Jugendtheaterwerkstatt Spandau nach Absprache besichtigt werden.

Ernteüberschüsse zur Herstellung von Essig nutzen

Erntesaison. Wie schön, wenn Sträucher und Bäume voller Obst hängen! Allerdings stellt sich gerade Kleingartenbesitzer*innen schnell die Frage, wohin mit dem ganzen Obst. Man kann Kompott und Marmelade machen, Obst trocknen, vielleicht auch einiges verschenken. Wer immer noch Obst übrig hat, kann auch mal eine ganz einfache Verarbeitungsweise versuchen: Essig selbst herstellen.

Das Besondere am Essig sind die vielen Verwendungsmöglichkeiten. Die Herstellung ist sehr unaufwändig. Benötigt wird neben Obst lediglich ein großes Gefäß und ein Stückchen Stoff, um den Inhalt gegen Insekten zu schützen. Das Obst wird etwas zerkleinert und mit Wasser aufgegossen, man kann auch Obst mit Druckstellen verwenden. Essig entsteht aus einer aeroben Gärung, das heißt, der Prozess benötigt Sauerstoff. Darum bleibt das Gefäß für den Luftaustausch offen und wird nur mit dem Lappen und einem Gummiband verschlossen. Die für die Versauerung zuständigen Essigbakterien befinden sich in der Luft, der Gärungsprozess startet von allein. Wer die Gärung beschleunigen möchte, kann Essigmutter zugeben, die sich in einem kleinen offenen Gefäß mit etwas Apfelessig schnell bildet. Wenn die Gärung nachlässt, kann man etwas Zucker zugeben. Auf dem Gefäß bildet sich eine weiße Haut, die man ab und zu unterrührt.

Wenn der Essig nach circa 3 Monaten sauer genug ist, seiht man ihn durch ein Tuch ab und füllt ihn in eine Flasche. Zur Aromatisierung kann man einen Zweig Estragon oder andere Kräuter zugeben. Der Säuregehalt ist viel geringer als bei gekauftem Essig, das muss man bei der Dosierung für Salatsoßen berücksichtigen. Gut geeignet ist Essig auch für die Haar- und Körperpflege. Mit etwas Wasser verdünnt als Spülung ersetzt er übers Jahr gesehen viele Plastikbehälter im Bad. Auch zum Putzen kann der Essig gut genutzt werden, zum Beispiel zur umweltschonenden Entfernung von Kalk oder Urinstein. Im Internet finden sich viele Verwendungshinweise – oder man probiert es einfach mal aus!