Kippen in den Kasten – gegen Zigarettenvermüllung in der Wilhelmstadt in Spandau“

Jährlich 4,5 Billionen weggeschnippte Kippen ​sind weltweit ein giftiges Sondermüllproblem. 75 % der Zigarettenfilter landen nicht in den dafür vorgesehenen Behältern. In Berlin sind dies durchschnittlich 3 Zigarettenstummel pro Quadratmeter. An Hotspots wie U-Bahneingängen und Haltestellen steigt diese Zahl um das Vielfache an, obwohl häufig Abfallbehälter vorhanden sind.

Foto: KlimaWerkstatt Spandau

Aber achtlos weggeworfene Kippen (Zigarettenlittering) sind nicht nur ein ästhetisches Ärgernis und großes Müllproblem. Kommen die Zigarettenreste mit Wasser in Kontakt, werden innerhalb kürzester Zeit Giftstoffe wie Nikotin und Schwermetalle freigesetzt und belasten in hohem Maße Natur und Umwelt. Für Kleinkinder kann das Verschlucken von einer Kippe bereits tödlich enden. Nikotin ist ein Nervengift, das auf Organismen toxisch wirkt. Da es stark wasserlöslich ist, wird es aus den Filtern ausgewaschen und gelangt direkt oder über Regenwassereinläufe in die Oberflächengewässer. Auch die aus Cellulosacetat bestehenden Filter selbst stellen ein Umweltproblem dar. Unter ungünstigen Bedingungen -z.B. im Salzwasser – dauert es 400 Jahre bis sie vollständig abgebaut sind. Der einsetzende Verrottungsprozess zerlegt die Fasern in kleine Teile, die sich bereits heute in der Arktis nachweisen lassen.

Um auf diese Probleme aufmerksam zu machen hat die KlimaWerkstatt Spandau zusammen mit wirBerlin das Pilotprojekt „Kippen in den Kasten“ – stimm‘ ab mit deiner Kippe“ gestartet.

An verschiedenen Standorten in der Wilhelmstadt wurden Zigarettenmülleimer in Form von „Umfrageboxen“ (sog. „Ballot Bins“) aufgestellt. Der Ballot Bin ist ein in auffälliger Farbe gestalteter Aschenbecher in Form einer Box, bei dem Raucher ihre Zigarettenkippen beim Einwerfen gleichzeitig dazu benutzen können, um über ein zuvor festgelegtes Thema abzustimmen.

Weitere Informationen zu diesem Projekt finden Sie hier.

Das Projekt „Kippen in den Kasten“ wird gefördert durch den Bezirk Spandau aus Mitteln des Aktionsprogramms „Sauberes Berlin“.