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Der Havelländische Land- und Bauernmarkt möchte plastiktütenfrei werden!

GemusekistenSpeisegutDie KlimaWerkstatt Spandau arbeitet gemeinsam mit dem Betreiber des Marktes, dem Wirtschaftshof Spandau, an einem Konzept, wie für und mit dem Havelländischen Land- und Bauernmarkt in Spandau auf die Ausgabe von Plastiktüten weitgehend verzichtet werden kann. Dabei werden die Akteure von LIFE e. V. unterstützt.

Ein Wochenmarkt bietet die Möglichkeit, regional, saisonal und vor allem unverpackt einzukaufen. Obst, Gemüse, Käse und Brot gibt es meistens ohne Karton- oder Kunststoffhülle. Doch allzu oft kommt die Plastiktüte trotzdem zum Einsatz. Teilweise nutzt man für jeden Salat, jeden Apfel oder jede Gurke eine eigene Plastiktüte. Die Händler und Händlerinnen des 1. Havelländischen Land- und Bauernmarkts haben 2015 begonnen ein umweltfreundliches Einkaufsverhalten bei der Kundschaft zu fördern. Im letzten Jahr motivierten die Händler und Händlerinnen die Kundschaft mit Bonusstempelkarten dazu, Mehrwegtaschen zu nutzen. Bei jedem zehnten Stempel gab es eine kleine kulinarische Belohnung. Flankiert durch Kundeninformationskampagnen sollen in diesem Jahr nach und nach die Plastiktüten an den vorderen Ständen verschwinden. Stattdessen stehen ausreichend Körbe bereit, um den Einkauf zur Kasse zu tragen. Mit farbigen Schürzen erinnert der Markt 2016 die Kunden daran, auch weiterhin beim Einkauf auf Plastiktüten zu verzichten.

Foto: KlimaWerkstatt Spandau

pinkzanderSeit Mai steht mitten auf dem Wochenmarkt der Pink-Zander, eine ca. 1,6 Meter große, pinke Skulptur in Form eines Zanders. Der Bauch des Zanders ist gefüllt mit gebrauchten, sauberen und gefalteten Plastiktüten, die zuvor in Spandau gesammelt wurden. Hier können sich alle bedienen, die doch mal eine Plastiktüte brauchen (z.B. für erdige Kartoffeln). Die Botschaft des Pink-Zanders: mit jeder Plastiktüte, die wiederverwendet wird und nicht in der Umwelt landet, wird Müll reduziert, das Klima und die Tierwelt geschützt.

Foto: LIFE e. V.

stoffbeutelDie KlimaWerkstatt bittet darum, Baumwollbeutel und Plastiktaschen, die nicht genutzt werden für den Havelländischen Land- und Bauernmarkt zu spenden.

Mit den sauberen und gefalteten Plastiktüten bestücken wir unseren Pink-Zander, der in seinem Bauch saubere Second-Hand-Plastiktüten für Jedermann bereithält.

Auch die Secondhand-Taschen, die die Stände bei Bedarf herausgeben werden, stehen vor ihrem zweiten Leben. Um Ressourcen zu schonen, werden sie aus bereits vorhandenen aber nicht mehr genutzten Stoffbeuteln hergestellt. Dafür sind wir auf Ihre Mitwirkung angewiesen.

Unterstützen Sie uns dabei und bringen Sie Ihre überzähligen Stoffbeutel und Plastiktaschen in der KlimaWerkstatt Spandau, Mönchstr. 8 (Altstadt) vorbei oder geben Sie sie direkt an den Marktständen ab.

Foto: KlimaWerkstatt Spandau

auszeichnungBereits seit Mai 2015 setzen sich die Händlerinnen und Händler des Havelländischen Land- und Bauernmarkt in Spandau für mehr Klimaschutz ein. Unter dem Motto „Obst, Gemüse, Blüten – alles ohne Tüten!“ unterstützten sie auf innovative Weise ihre Kundschaft beim Einkauf ohne Plastiktüte: Dieses Engagement der Händler und Händlerinnen wurde belohnt: die Deutsche Umwelthilfe (DUH) zeichnete die Aktion im Dezember 2015 für ihr vorbildliches Umweltengagement aus.

Mehr dazu hier und hier.

Foto: DUH

bestetueteImmer häufiger tauchen Tüten auf, die damit werben, biologisch abbaubar oder aus Biokunststoff zu sein. Andere verweisen darauf, aus bereits recycelten Materialien hergestellt zu sein. Auch Papiertüten scheinen auf den ersten Blick umweltfreundlich zu sein. Sind Baumwolltaschen wirklich das Beste für die Umwelt? Das Problem der richtigen Tütenwahl beim Einkaufen stellt uns manches Mal vor große Herausforderungen. Die DUH hat Zahlen und Fakten hier zusammengefasst.

Grundsätzlich ist jede Tüte – unabhängig vom Material - umso umweltfreundlicher, je häufiger ich sie benutze. Mehrweg ist besser als Einweg. Eins ist jedoch klar: Die Plastiktüte aus Neumaterial ist die schlechteste Alternative. Als Einwegprodukt wird sie durchschnittlich nur 20 Minuten benutzt und belastet danach die Umwelt. Rund 500 Plastiktüten verwendet der Durchschnittseuropäer jährlich, inklusive der dünnen Obst- und Gemüsebeutel. Das entspricht einem jährlichen Tütenaufkommen von über 251 Milliarden Stück in den 27 Ländern der europäischen Union. Kaum eine Plastiktüte wird einer stofflichen Verwertung zugeführt, sondern überwiegend verbrannt, deponiert oder im schlechtesten Falle weggeworfen. Die europäische Recyclingquote für Plastiktüten wird auf lediglich 6,6 Prozent geschätzt. (Quelle: DUH 2015).

Foto: KlimaWerkstatt Spandau